Zu einem praxisbezogenen Kurzwaffen-Workshop hat der Jagdkurs Segeberg interessierte Jägerinnen und Jäger eingeladen. Angesprochen waren hier Jungjäger(innen) und ebenso die „Alten Hasen“. Vorkenntnisse waren nicht erforderlich. Wer eine eigene Waffe hat, durfte diese natürlich mitbringen. 
Doch bevor dieses Seminar überhaupt starten konnte, musste der Initiator der Veranstaltung – Stefan Eggers sich einiges einfallen lassen. Für realistische Fangschussübungen war kein geeigneter Stand, mit sicheren Kugelfängen für fangschussähnliche Situationen in der Umgebung zu finden. Mit der befreundeten Polizei Schießgruppe in Burg / Dithmarschen - hier wird unter anderem IPSC geschossen, war unter der Führung von Rüdiger Mengel das geeignete Objekt gefunden. Man war sich schnell einig und das Konzept wurde systematisch ausgearbeitet und festgelegt. Der Kurs war wie erwartet, rasch ausgebucht.
 
Am Samstagnachmittag den 21.07.2018 fanden dann 16 Teilnehmer bei hochsommerlichen Temperaturen den Weg dorthin. Die erste Überraschung war die angenehme Temperatur von konstant 20°C auf dem Kellerschießstand. Nach der Begrüßung und Jagdscheinkontrolle ging es mit einer kurzen aber knackigen Präsentation auch gleich los. Vermittelt wurden die nötigen technischen und waffenrechtlichen Kenntnisse zu Kurzwaffen und deren geeigneter Munition, der Transport sowie das richtige Führen von Kurzwaffen, wichtige rechtliche Hintergründe und Verhaltensweisen am Unfallort sowie Stressbewältigung. Rüdiger Mengel, Polizeibeamter a.D. konnte dazu zahlreiche Beispiele aus der Praxis beitragen. 
 
Anschließend ging es auf den extra jagdlich präparierten Schießstand, der im Verlauf für einige Überraschungen sorgen sollte. Als erstes ging es um die sichere Handhabung der Waffen. 
Vorab – die nötige Disziplin aller Teilnehmer war vorbildlich. Jeder hielt sich penibel an die vorher verkündeten Regeln. Danke dafür! 
Die erste Übung bestand aus einem 10m Präzisionsschießen, auf kleine, runde Ziele. Jeder Teilnehmer hatte mehrmals Gelegenheit unter fachkundiger Anleitung das Gelernte umzusetzen. Es gab dazu reichlich Tips zum richtigen Anschlag, Zielen und dem richtigen Abziehen. Zudem war es äußerst imposant, wie laut ein kurzläufiger .357er Revolver klingt. Vom Mündungsfeuer und Rückstoß ganz zu schweigen. Die Angst davor war zwar schnell verflogen – der Respekt aber blieb. Gut so!
 
Danach folgte bei Kaffee und hausgemachten Kuchen eine kurze Zusammenfassung der Eindrücke, bevor es mit den angekündigten Fangschussübungen weiterging. 
Zunächst galt es einen kranken Frischling bei Tageslicht zu erlösen. Die Spannung stieg, die eigene Sicherheit stand im Vordergrund. Warnweste an. Kugelfang prüfen, Passanten beiseite. Die Vorübungen trugen hier bereits Früchte. Der kleine Keiler konnte von alle Teilnehmern sicher erlegt werden. Die eingangs gestellte Frage, wo der Treffer am besten liegen sollte, konnte jeder für sich schnell erarbeiten. Der Schuss in die Kammer ist der Richtige, wie sich schnell herausstellte. 
 
Anschließend kam die „Kür“. Ein kleiner Keiler hatte sich nach einem Verkehrsunfall bei Dunkelheit in eine Böschung eingeschoben. Dieser versuchte zu flüchten und zeigte noch reichlich Leben. Die Polizei war bereits vor Ort. Mit Blaulicht im Hintergrund, sowie einer Taschenlampe in der Hand sollte der Keiler möglichst schnell erlöst werden. Nicht ganz einfach aber machbar, wie sich letztendlich doch herausstellte. Nur mit der nötigen Ruhe ließen sich die Treffer sicher anbringen.
 
Damit endete dann der offizielle Teil. Es gab anschließend noch reichlich Gesprächsstoff, bis gegen 19:00 die Heimreise der Teilnehmer anstand. Wir wünschen allen Teilnehmern viel Waidmannsheil und stets eine sichere Hand für einen eventuellen Fangschuss. Für Rüdiger und Stefan steht fest, dass dieses Seminar ein „Volltreffer“ war, das sicherlich wiederholt wird.
 
 
Stefan Eggers
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 

 
 
 
   

Waldgeräusche  

   
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